Terra Mystica

Terra Mystica ist ein Fantasy-Aufbauspiel, wo jeder Spieler eines von 14 Völkern mit individuellen Fähigkeiten spielt. Terra Mystica ist ein absolutes Vielspieler-Spiel, der Einstieg in dieses komplexe Spiel ist sicher für Viele herausfordernd.

Interaktion: 5 aus 10 (gefühlt)

Theoretisch gibt es einiges an (indirekter) Interaktion. So konkurriert man um die Aktionen, die man mit Magie kaufen kann, versucht den Gegenspieler auf dem Spielbrett abzuschneiden, auf den Kultskalen möglichst am weitesten zu kommen und das größte zusammenhängende Terrain zu besitzen. Damit ist Terra Mystica schon viel interaktiver als viele Vielspieler-Spiele. Da die Interaktion sehr indirekt ist, gibt es keine Königsmacher-Probleme. Die Kehrseite ist, dass die Spieler meist vor sich hingrübeln und zumindest in unseren Runden kaum miteinander kommunizieren. Daher ist die gefühlte Interaktion deutlich geringer als der mögliche Einfluss, den Spieler aufeinander haben.

Spaß: 6 aus 10

Die Herausforderung, die optimalen Züge zu machen, macht durchaus Spaß. Der grüblerische Charakter des Spiels und das fast nicht vorhandene Thema trüben den Spielspaß aber. Bonusplättchen werden zufällig platziert, so dass jedes Spiel ein wenig anders ist, aber dafür fühlt es sich eben auch nach reiner Punktemaximierung an. Die meiste Zeit rechnet man hin und her, ob man sich bestimmte Gebäude-Kombinationen leisten kann etc.. Ich persönlich spiele lieber die nicht offizielle, funktionale Online-Umsetzung gegen AI als das physische Brettspiel. Das geht flott, und wenn ich ein schwächeres Volk auswähle, muss ich mich gegen die nicht besonders starke AI durchaus anstrengen.

Wiederspielreiz: 10 aus 10

Das innovativste Element in diesem sonst eher auf Bewährtem beruhende sind die Magieschalen. Das Spielerlebnis ist aber nicht wesentlich davon geprägt.
Der ohne Zweifel hohe Wiederspielreiz ist sehr hoch, mit 14 unterschiedlichen Völker und zufällig ausgelegten Bonusplättchen gleicht wirklich keine Partie einer anderen. Problematisch ist, dass die Völker nicht wirklich gleich stark sind, manche Völker sind sehr schwach im Vergleich zu anderen. Dies kann natürlich auch dazu genutzt werden, um unerfahreneren Spielern ein Handicap zu geben, indem sie stärkere Völker auswählen als die erfahreneren. Statistiken, wie oft welches Volk gewinnt gibt es hier: http://terra.snellman.net/stats/
Langfristig werden hoffentlich die Völker durch Anpassungen der Anzahl der Arbeit oder Magie am Anfang des Spiels, einander angepasst. Alternativ könnte man eine Auktion einführen, in der jeder Spieler Magie bietet, um sich als erster (zweiter etc.) ein Volk aussuchen zu können.

Fazit

Jeder Vielspieler sollte Terra Mystica mindestens einmal spielen. Blindkauf kann ich nur den Spielern empfehlen, denen (gefühlte) Interaktion und Thema nicht so wichtig ist. Dann ist Terra Mystica eines der besten und variabelsten Spiele mit extrem hohen Wiederspielreiz.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.